3 Fragen an ...

Prof. Pater Dr. Thomas Dienberg, Rektor der PTH Münster und Vorstandsvorsitzender des IKMS

Mit Abschluss des Sommersemesters 2011 wird das IKMS seine ersten Absolventen im Masterstudiengang "Organisationsmanagement und Spiritualität" auszeichnen. In diesem Kontext nimmt Pater Thomas Stellung zur Aktualität von Spiritualität und Management.



Pater Thomas, als Rektor der PTH Münster und Vorstand des IKMS können Sie nun die ersten Absolventen im Masterstudiengang "Organisationsmanagement und Spiritualität" begrüßen. Als Professor für Spiritualität: Wie bewerten Sie heute die wissenschaftliche Verbindung von Spiritualität und Management?

Theologie der Spiritualität beinhaltet eine große Palette von Themenfeldern, die sich mit der Geschichte der Kirche, mit der mystischen und asketischen Tradition, die sich aber auch vor allem mit den (Glaubens-) Erfahrungen der Menschen beschäftigt. So ist das Fach als solches praktisch und auch interdisziplinär orientiert. Glaubenserfahrungen betreffen dabei die gesamte Existenz des Menschen und bestimmen sein Handeln in allen Facetten seines Lebens. Es ist daher allein schon von diesem Ausgangspunkt her logisch und zwangsläufig, dass sich der Theologe auch mit Führungs- und Leitungsverhalten auseinandersetzen muss. Schaue ich auf die Geschichte der Orden und der Kirche, so ist diese erst recht eine Ermutigung zu einer interdisziplinären Auseinandersetzung von Spiritualität und Management, denn diese Geschichte ist eine lange und auch differenzierte Geschichte von Management und Führung.


Welche besonderen Inhalte liefert der Studiengang für Führungskräfte und Mitarbeiter, die sich mit Spiritualität in ihrem beruflichen Umfeld auseinandersetzen möchten?

Ein wichtiger Aspekt des Studiengangs ist die Erkenntnis und auch das Erlernen einer Kompetenz, die ich mit Selbstmanagement umschreiben möchte: sich der eigenen Quellen bewusst werden, diese nähren und aus ihnen schöpfen können, erscheint mir für ein christliches Führungsverhalten heute eine der wichtigsten Forderungen und Voraussetzungen zu sein. Sie gibt die Kraft, andere Inhalte des Studienganges auch in den beruflichen Alltag zu übersetzen, wie z. B. die Führung von Mitarbeitern, die nur gelingen kann, wenn ich ein deutliches Profil habe und mich selbst geführt weiß. Veränderungen angehen und sie im beruflichen Alltag durchführen, auch das kann nur gelingen, wenn ich selbst veränderungsbereit bin und um die Ängste (im eigenen Leben) weiß, die Veränderungen auslösen können. Innovation, kommunikative Kompetenz, verantwortlich und gesundheitsbewusst leben - um nur einige weitere Inhalte zu erwähnen: All das wird in einer Kombination von Wissen, Wissenstransfer und Persönlichkeitsbildung gelehrt.


Welchen Beitrag kann das Angebot von Spiritualität und Management für die Veränderungen in Kirche und Orden leisten?

Ich glaube, dass das Angebot des IKMS und des Studienganges einen großen Beitrag für die Veränderungsprozesse in der Kirche und im Orden leisten kann. Führungskräfte fallen nicht vom Himmel, sie gehören eingeführt, in ihren Kompetenzen gestärkt und geschult. Wo und wie geschieht das heute? Der Studiengang kann hier eine gute Hilfe sein. Zugleich fragen viele heute nach dem Christlichen im Management. Diesbezüglich eine Sicherheit zu erlangen und auch eine Wissenskompetenz, die mit dem eigenen Leben verbunden wird, das wird durch das IKMS mit seinen Angeboten gefordert und gefördert. Veränderungsprozesse sind nur so gut, wie sie eingeleitet, begleitet und auch geführt werden, und das wiederum hängt von den Führungspersonen ab.

Weiterbildung im IKMS 2011/12: